Irrtümer I – Der Turnschuhzoom

Irrtümer oder Irrwege der Fotografie.
Auf jeden Fall ein kleiner Gedanke meinerseits dazu.

Heute Teil 1: Der Turnschuhzoom

„Schraub doch mal das nifty fifty drauf und benutze deine Turnschuhe als Zoom. Dir eröffnen sich völlig neue fotografische Welten“

So oder ähnlich hört man es immer wieder von Fotografenseite.

Aha.
Ahja.

Schauen wir doch mal ein paar Tage zurück: Da war es technisch nicht möglich, zoombare Objektive zu bauen. Oder sehr teuer. Also hatte jeder Fotograf seine Standardobjektive dabei, die heute als Festbrennweiten oder prime lenses bezeichnet werden.

Anderer Bildlook, anderer Ausschnitt = neues Objektiv. So einfach war das. Nur leider auch etwas umständlich.

Wie gut, dass dann die Zoom-Objektive erfunden wurden. Das lästige Wechseln der Objektive fällt weg, man schleppt weniger Glas mit sich herum, und bringt weniger Dreck durch weniger Objektiv-Wechsel in die Kamera.

Und was macht der ambitionierte Hobbyknipser? Anstatt die Brennweite einzustellen, die er für den Bildlook benötigt, pflanzt er sich wie angewachsen dorthin, wo er steht (am Besten noch mit Stativ), dreht so lange am Zoom, bis ihm der Bildausschnitt gefällt und drückt ab.
Dass dann das Frauenportrait mit 18 mm abgelichtet wurde, ist dabei völlig egal.

Lernt man mit den Festbrennweiten das Fotografieren? Ich denke, nur eingeschränkt, wenn man sich nur auf eine Brennweite beschränkt.
Da die Brennweite die räumliche Verdichtung der einzelnen Elemente in Vordergrund, Bildmitte und Hintergrund zueinander bestimmt, verschenkt man viel Potenzial.

Ist es richtig, die Festbrennweiten als „Turnschuhzoom“ zu bezeichnen?
Ich denke, alle Objektive sind, fotografisch richtig eingesetzt, dazu gedacht, die beste Brennweite für seine Bildidee einzustellen, dann den Ausschnitt vorzunehmen und dabei den besten Standpunkt zu wählen. Somit sind alle Objektive „Turnschuhzooms“.

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2 Gedanken zu „Irrtümer I – Der Turnschuhzoom

  1. candyshop60

    🙂 Das Alles wird mich nicht daran hindern meinen Ojektivpark mit Festbrennweiten weiter aufzustocken – denn -Festbrennweiten sind in der Abbildungsqualität über jeden Zweifel erhaben… und harmonieren durch die „Lichtstärke“ – ja ich weiß… viel besser mit dem Sensor…

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  2. blacktowerpics Autor

    Versteh mich nicht falsch, Festbrennweiten sind bis auf einen Punkt die besseren Objektive: sie fördern die Bequemlichkeit des Fotografen.
    Die Einschränkung ist, dass man mehr als eine haben muss, um richtig fotografieren zu können. Ich kann nicht alles durch mein 50er abdecken. Das funktioniert nicht.
    Kernaussage meiner Ausführung soll auch sein, dass jedes Objektiv, fotografisch richtig eingesetzt, zum Turnschuhzoom wird, nicht nur das gute alte 50er, das „Immerdrauf“.
    Zur „Lichtstärke“ komme ich auch noch, bin ja erst bei Teil 1 🙂

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