Filtervergleich

Hier nun der kleine Vergleich der Graufilter. Zum Vergleich sind angetreten:

  • Cokin P-Serie, 2 Filter ND8 und ein 4-Stufen- Filter (wenn die Angaben so richtig sind)
  • Phorex ND Filter ND 3.0

Bei dem Cokin-System werden die einzelnen Filterscheiben in einen speziellen Halter geschoben, der Phorex-Filter wurde direkt aufgeschraubt oder mit einem Step-Up-Ring adaptiert.

Für mich sind Handhabung und Farbneutralität wichtige Kriterien, daneben ist der Preis natürlich auch nicht uninteressant.

Hier die ersten Bilder vom Cokin-Set mit jeweils 85 mm, f16 und 10 sec. bei den Langzeitbelichtungen, autom. Weißabgleich, Farbdaten aus Lightroom:

1: Ohne Filter – Temp.: 5000K, Tönung: +10 – Out Of Cam

Michael Moeller

2: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5700K, Tönung: -5 – Out Of Cam

Michael Moeller

3: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5400K, Tönung: -31 – Farbe angepasst an Neutralität

Michael Moeller

4: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5000K, Tönung: +10 – Farbtemperatur wie Referenzbild

Michael Moeller

Zwischen dem ersten und viertem Bild lässt sich ganz gut ableiten, wie stark die Filter die Farben verzerren. Allerdings sind drei Filter auch eher die Ausnahme, ein Filter alleine verzieht die Farben allerdings auch deutlich. Eine Verlängerung der Belichtungszeiten verstärken die Farbverschiebungen auch noch zusätzlich.

Bild 1 und 2 zeigen ganz gut, wie sehr der automatische Weißabgleich der Karmera gegen die Farbverschiebung des Filters anarbeitet, es aber doch nicht ganz schafft.
Die Farbe wieder in Richtung Neutralität zu bringen erfordert schon etwas Arbeit und Reglergezuppel.

 

Hier die zweite Serie mit jeweils 16 mm, autom. Weißabgleich, Farbdaten aus Lightroom:

5: Ohne Filter – 30 mm, f16, Temp.: 5550K, Tönung: +8 – Out Of Cam

Michael Moeller

 6: Mit Cokin-Filter – 30 mm, f16, 5 sec., Temp.: 5700K, Tönung: -5 – Out Of Cam

Michael Moeller

7: Mit Cokin-Filter – 16 mm, f22, 10 sec., Temp.: 6400K, Tönung: -8 – Out Of Cam

Michael Moeller

Auch hier fällt der deutliche Rotstich in den Bildern auf, der bei 16 mm noch deutlicher Kompensiert werden musste als bei 30 mm. Weiterhin ist bei 16 mm schon eine deutliche Vignettierung durch dieses Filtersystem erkennbar (Crop-Kamera, Formatfaktor 1.6). Außerdem gab es bei 16 mm bereits nette Artefakte in Form von Lichtringen (Beugungsringe?). Bei Blende 16 waren sie auch erkennbar, wenn auch weniger stark ausgeprägt.

 

Hier noch zum Vergleich Bilder von dem Phorex-Filter:

8: Ohne Filter – 85 mm, f16, 1/80 sec., Temp.: 5750K, Tönung: +13 – Out Of Cam

Michael Moeller

 9: Mit Cokin-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 6750K, Tönung: -10 – Out Of Cam

Michael Moeller

10: Mit Cokin-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 5750K, Tönung: +13 – Farbtemperatur angepasst an Referenzbild

Michael Moeller

11: Mit Phorex-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 5950K, Tönung: +8 – Out Of Cam

Michael Moeller

Der Phorex-Filter zeigte eine minimale Verschiebung in der Temperatur und keine Abweichung in der Tönung. Eine deutliche Arbeitsersparnis in der Nachbearbeitung und ein Qualitätsgewinn.

Die Vignettierung am Weitwinkel der Phorex-Filter habe ich mir bei diesem Test nicht angesehen, aber aufgrund der geringen Dicke sollte das kein großes Problem darstellen.

Fazit:
Ich werde mir die Phorex-Filter als Set (ND 0.8/ 1.8/ 3.0) trotz des etwas höheren Preises gegenüber den Cokin-Filtern bestellen. Die geringen Farbverschiebungen, die einfache Handhabung und die Glasqualität im Vergleich zu den dicken Kusnststoffplatten des Cokin-Systems sprechen für sich.
Das Cokin-System hat seine Stärken für mich eher im Bereich der Verlaufsfilter. Dieses gilt es für mich auch noch zu entdecken…

 

Ein herzlicher Dank geht an Reinhard fürs Ausleihen und seine Geduld.

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7 Gedanken zu „Filtervergleich

  1. Seh-N-Sucht

    Sind die Phorex Schraub- oder Steckfilter mit Filterhalter? Ich bin schraubfilterblöd – verdreh mir immer die Schärfe beim Eindrehen des Filters. Elendig doofes Spiel ein Foto scharf zu bekommen.

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    1. blacktowerpics Autor

      Die Phorex-Filter sind zum Schrauben. Hier der Link zur Bezugsquelle: http://www.foto-morgen.de/PHOREX-by-jaworskyj/Filterset-ND-Graufilter-PHOREX-by-Jaworskyj-77mm-mit-ND-8-64-1000.html
      Sie ließen sich recht leicht aufschrauben, nur beim „Festziehen“ musste ich vorsichtig sein.
      Vielleicht solltest du den Schärfering nach dem Scharfstellen mit einem Streifen eines hochwertigen masking tapes (Maler-Krepp) sichern und dann den Filter aufschrauben?
      Oder dann vielleicht doch lieber die etwas bessere Qualität der Steckfilter von anderen Anbietern wählen.

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  2. candyshop60

    Mann, echt geil… wie Du das so aufgelistet hast… aber das es es ich so verhält habe ich Dir schon vorher gesagt… :-P. So… was die quadratischen Granulatplatten angeht… es geht eben auch anders, aber eben auch teurer… http://www.amazon.de/Lee-Graufilter/s?ie=UTF8&page=1&rh=i%3Aaps%2Ck%3ALee%20Graufilter Wie die sich jetzt verhalten, weiß ich allerdings nicht. Werde ich auch aufgrund des Preises nicht herausfinden wollen… 🙂 Aber vielleicht gibt es ja in den ganzen weiten Welten des Web noch so einen tollen Vergleichstest.
    Übrigens noch etwas: Die Cokin Filter setzen bei Verwendung der Studioblitzanlage um auf weit geöffnete Blenden zu kommen noch gehörig eins drauf… Das richtig wieder rauszurechnen ist entweder zeitaufwendig oder es reicht ein Druck auf die automatische Korrektur… 🙂

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    1. Seh-N-Sucht

      Warum nutzt man ND-Filter drauf um dann hinterher mit dem Blitz volle Kanne zu blitzen um auf Offenblende zu kommen, wenn man ohne Filter und weniger Blitz auch auf Offenblende käme? Hat das mit der Belichtungszeit beim Blitzen zu tun, die man erreichen muss?

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      1. blacktowerpics Autor

        @Birgit: Du kannst Studioblitze häufig (je nach Leistungsbereich) nicht weit genug runterregeln, um bei offenen Blenden zu fotografieren. Du kannst dann nur einen Blitz mit geringerer Leistung verwenden oder bei gegebenen Blitz einen ND-Filter verwenden.

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      2. candyshop60

        Das Problem ist, dass Du viel zu viel Licht hast. Du kommst z.B. in kleineren Räumen auch mit nur 250Ws nicht auf die kleinste Blende von z.B. Blende 2.8 – wie auch. Um diesen Umstand eben abzuhelfen musst Du das Licht reduzieren. Und das geht eben nur über ND Filter. Alternativ sicher auch vor dem Blitz… evtl. zu realisieren mit einer ND Folie… Aber so weit bin ich noch nicht… 🙂

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    2. blacktowerpics Autor

      Teurer geht immer. Ein Fass ohne Boden.
      Aber wem sage ich das 🙂

      Ich hab natürlich als Erstes den automatischen Weißabgleich in LR benutzt… er hilft leider nicht viel, hat bei diesen Bildern vielleicht 10% der notwendigen Korrektur gemacht.

      Vorher ein Bild mit Graukarte unter identischen Bedingungen aufnehmen wäre vielleicht noch eine Idee zur Korrektur. Aber auch dann muss man sehr har eingreifen, um das Bild zu retten.

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