Archiv der Kategorie: Portrait

Dunkelkammer – Tag 4

Heute berichte ich über die Erlebnisse meines vierten Experimentiertages in der Dunkelkammer und ich sagen: eine dufte Sache!

Naja, Duft und Duft. Da hat jeder so seinen eigenen Geschmack. Kaffe mag ich gerne riechen und auch trinken. In alkalischer Lösung verändert sich der Duft aber. Und nicht zum Positiven…

Caffenol, die Erste…

Jupp, heute geht es um die Entwicklung von Bildern in löslichem Kaffee, in Fan-Kreisen liebevoll Caffenol genannt.

Es gibt mehrer Varianten der beliebten Entwicklermischung, ich habe mich für das Caffenol-C-M entschieden, es besteht aus den folgenden Komponenten:

– 52 g Soda (Waschsoda, Natriumcarbonat)
– 16 g Vitamin C
– 40 g löslicher Kaffee
– Wasser, auffüllen auf 1 l

Die Komponenten werden nacheinander in Wasser gelöst, der Kaffee wird erst kurz vor der Entwicklung zugegeben. Beim Auflösen der Soda erwärmt sich das Wasser, vor dem Entwickelm muss die Brühe dann auf 20 °C runtergekühlt oder mit entsprechend kaltem Wasser versetzt werden. Immer gut rühren und die folgende Komponente erst zugeben, wenn die vorherige gut aufgelöst ist.

Michael Moeller

Stühle (13) – Ilford Multigrade – Caffenol, 2′ – f/8 – 22 sec.

Heißa, was für ein Gefühl, wenn die ersten Bilder das Entwicklungsbad verlassen…
Man muss schon zwischendurch schauen, wie sich das Bild macht, durch den Kaffe ist die Lösung ziemlich undurchsichtig, man fischt gewissermaßen im Trüben. Aber es lohnt für das eine oder andere Motiv (aber natürlich nicht für jedes Motiv!).

Michael Moeller

Flensburg Hafen (14) – Tetenal Work 3 – Caffenol, 4′ – f/8, ND8 – 40 sec.

Die Entwicklungszeit erhöht sich, je nach Papier um 50% oder mehr. Die längere zeit gibt gerade dem Anfänger mehr Möglichkeiten, die Qualität zu steuern und kleinere Unebenheiten im Workflow sind verzeihlicher.

Michael Moeller

Jenny (15) – Ilford Multigrade – Caffenol, 2′ – f/8/ ND8 – 25 sec.

Ich habe auch hier wieder den ND8-Filter zur Reduzierung der Lichtmenge eingesetzt.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Multigrade-Papier von Ilford nimmt das Caffenol deutlich besser an das das Festgraduierte Tetenal Work 3.
Die Färbung des Papieres gibt den Motiven etwas Warmes und einen nostalgischen Touch.

Notitz am Rande: das Schließen der Negativbühne erzeugt durch die verbesserte Negativplanlage deutlich schärfere Bilder 😉

Hier noch die Teile Eins, Zwei und Drei meiner kleinen Entdeckungsreise ins Reich des feinen Silbers.

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Analog im Studio

Die heutige (digitale) Technik lässt keine Wünsche offen, was das Fotografieren im Studio angeht. Blitzlampen mit Einstelllicht und brachialer Leistung, Lichtformer (*hust*… als wenn sich Licht formen liesse), digitale Aufmnahmetechnik mit der Möglichkeit, sein Ergebnis sofort zu begutachten, über Tethering sogar in Echtzeit am Lappie möglich. Schlechte Bilder gibt es fast nicht mehr.

Und wie war das früher? Anders auf jeden Fall. Spannender auf jeden Fall, denn der Blick auf das Display oder den Monitor entfiel. Ob das Model die Aufgen zu hatte, ob der Fokus saß, ob die Blitze ausgelöst hatten, man musst es erahnen und im Gefühl haben.

Für mich stellte sich bei einem Treffen von Daniel Heger die Frage, ob das, was heute digital funktioniert, auch mit analogen Kameras machbar ist. Angefangen von der Belichtungszeit bis hin zur ansteuerung der Blitzanlage. Und siehe da, es funktioniert wunderbar.

Michael Moeller

Daniel stellte sich freundlicherweise als Model zur Verfügung

Zum Einsatz kam meine Minolta X-700 mit dem Minolta Rokkor 1.4/58, als Film ein Ilford FP4+. Die Blitzköpfe wurden auf Slave-Betrieb gestellt und mittels eines Aufsteckblitzes gezündet. Den Aufsteckblitz habe ich so gedreht, dass er kein direktes Licht auf das Motiv wirft.

Michael Moeller

Daniel und Susanne

Die Daten der Belichtung konnte ich von der digitalen Spiegelreflex übernehmen, eine halbe Blende mehr oder weniger ist bei Film eh unkritisch. Auf eine Farbfolie habe ich bei den Aufnahmen verzichtet, dann hätte sich die Belichtungszeit nochmals etwas verlängert.

Michael Moeller

Susanne

Die Negative habe ich nach dem Entwickeln gescannt und in Lightroom entstaubt.
Vielen Dank an dieser Stelle an Susanne für ihren Einsatz als Modell und natürlich Daniel Heger für die Organisation der Monatstreffen.

Ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden und freue mich auf weitere analoge Aufnahmen im Studio.

Dunkelkammer – Tag 2

An diesem Tag habe ich ein anderes Papier ausprobiert: das Ilford Multigrade.
Im Gegensatz zu dem beim ersten Test eingesetzten Tetenal Work 3 sollen die Multigrade-Papiere mit einer Gradation von ca. 2 etwas weicher sein.

Die Fotopapiere werden in Gradationen eingeteilt, das sind die Kontrastverläufe, die eben etwas steiler (harte Gradation) oder flacher verlaufen können und dann etwas weicher sind. Die Skala geht von 0 (sehr weich) bis 5 (sehr hart). Papier mit Gradation 2 entspricht dann der „normalen“, mittleren Härte.
Früher waren Papiere mit fester Gradation üblich, später setzten sich die Papiere mit variabler Gradation durch. DIe Gradation lässt sich dann z.B. durch Filter während der Vergrößerung variieren. Heute sind die festgraduierten Papiere fast vom Markt verschwunden.

Warum nun das Ganze?
Nun, zum Einen gibt es flach oder flau belichtete Negative, für die ein hartes Papier benötigt wird, um ein ausgewogenes, kontrastreiches Bild zu erhalten und natürlich auch Negative mit einem harten Kontrastverlauf, die ein weicheres Papier benötigen. Wohlgemerkt, immer um ein ausgewogen belichteten Abzug zu erhalten. Der Spielerei und bewussten „Falschbelichtung“ sind hier keine Grenzen gesetzt.

Und zum Anderen entscheidet der Fotograf natürlich auch darüber, ob das Motiv eher knackig oder zart erscheinen soll.

Michael Moeller

Flensburg ZOB – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f11 – 7″ + 6″ Himmel nachbelichtet

Mit dem weicheren Papier zeigen sich viel mehr Details als in der ersten Variante auf dem harten Papier. Was für ein Unterschied. Leider fehlt etwas das tiefe Schwarz.

Michael Moeller

Aeroliner, Ausschnitt – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f11 – 15″

Eigentlich ist das Negativ für Papier mit Gradation 2 ausgelegt, das Schwarz erscheint bei diesem Papier aber ebenfalls deutlich flacher und weniger intensiv.
Aber der unterschied zu dem härteren Papier ist deutlich erkennbar.
Hier wiederum war es für mich ein Glücksfall, dass ich bei diesem Motiv mit dem harten Papier  angefangen hatte.
Abgesehen von den ganzen Staub, den ich auf den Abzügen in der DuKa nicht gesehen habe. Also: Bilder immer nach dem Fixieren unter Normallicht kontrollieren.

Michael Moeller

Jenny (9) – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f16 -10″

Vor diesem Abzug hatte ich einen mit Blende 11 und 5 Sekunden Belichtungszeit gemacht, im Unterschied dazu war der Abzug bei Blende 16 am Vergrößerer etwas unschärfer. Klar, die Lichtbeugung an den geschlossenen Blenden verhält sich analog zu normalen Kamera-Objektiven.

Also: Finger weg von Blende 16, eher in Richtung Blende 8. Aber dafür brauche ich weniger Licht. Dazu mehr im dritten Teil.

Clara…

Der Flensburger Fotograf Daniel Heger veranstaltet seit ein paar Monaten ein kleines Treffen von Hobbyfotografen in seinem Studio „Matt Royal“ in Flensburg. Das Dezembertreffen war meine erstes Mal, dass ich dabei sein konnte.

Michael MoellerDaniel stellt jedes Treffen unter ein kleines Thema, es werden ca. 6 Fotografen anwesend sein sowie auch ein Modell. Der lockere Austausch soll dabei im Vordergrund stehen. Ein kleines shooting soll den Erfahrungsaustausch unterstreichen.

Michael Moeller

Michael MoellerAls Modell war bei dem Treffen spontan Clara eingesprungen, weil das ursprünglich geplante Modell kurzfristig absagen musste. Als Thema stand das Spiel mit der Unschärfe auf dem Programm. Meine Squeezerlens schrie mich bei dem Thema förmlich an, ihren Auftritt zu bekommen. Dazu noch eine kleine Portraitlinse, das Carl Zeiss Pancolar 1.8/50 und, für den allerletzten Notfall, das Canon EF 50/1,4, welches ich zum Glück nicht benutzen musste.

Michael MoellerMichael Moeller

Altglas, dazu ein wenig Licht und ein paar Props wie ein Prisma oder ein Kaleidoskop. Aber eigentlich reicht mir die Unschärfe der Gläser.

Michael MoellerMichael Moeller

Clara fand sogar noch etwas Zeit, ihr Outfit zu wechseln, was bei 6 experimentierfreudigen Foltografen kein einfaches Unterfangen war.

Michael Moeller

Das Konzept der Veranstaltung gefällt mir, das Treffen war locker, die Stimmung gut und die Ergebnisse sprechen für sich. Ich freue mich auf das nächste Treffen.

Dunkel ist’s…

ein klein wenig zu Dunkel für meinen Geschmack.

Schuld ist wohl die Belichtungsmessung meiner Pentax Spotmatic II.
Den Kodak Tri-X 400 hatte ich ja schon ein Mal verwendet, damals in der Leica Mini II. Die Filmentwicklung habe ich mit den gleichen Parametern, D76 bei 20 °C und 11 Minuten Entwicklungszeit, wie eigentlich auch bei dem Letzten Tri-X 400, gelassen.

Im Vergleich zu den anderen analogen Kameras, die ich habe, belichtet sie um mindestens 1 Blendenstufe unter, gefühlt sind es eher 2 Stufen. Der Scanner hat schon ordentlich zu korrigieren und in der Nachbearbeitung muss ich auch noch einmal eingreifen, um die Tiefen etwas zu retten.

Somit bleibt nur die mauelle Belichtungskorrektur, die Kamera ganz gezielt für Push-Entwicklungen einsetzen oder der Wechsel auf eine andere Kamera.

Einen Film gebe ich ihr noch… oder 2? So schnell gebe ich ja nicht auf…