The American Epic Sessions

Tilman machte mich vor ein paar Tagen auf ein Stück analoger Musikgeschichte aufmerksam. Bisher habe ich mich nicht für diese Art Musik interessiert, das sollte ich vielleicht ändern. Und die Aufnahmetechnik ist schon eine Klasse für sich. Doch seht selbst:

The American Epic Sessions

Leider ist das Video auf YouTube gesperrt, in Einzelteilen ist es aber sichtbar, deshalb hier einfach einmal der Trailer:

 

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Dunkelkammer – Tag 3

In den ersten Teilen (Teil 1 und Teil 2) meiner Erkundungsreise in die Welt der Vergrößerungen hatte ich ja schon erwähnt, dass die Belichtungszeiten am Vergrößerer recht kurz sind. Was tun bei zuviel Licht im Vergrößerer?

Dimmer einbauen? Möglich, keine Ahnung, wie die reproduzierbarkeit ist. Außerdem muss ja zum Scharfstellen immer wieder etwas Licht her. Teste ich vielleicht später mal.

Lampe wechseln? Gute Idee, hatte nur grad keine zur Hand…

Graufilter vor das Objektiv halten? Geht, kostet zwar Beweglichkeit, für einen ersten Versuch ist es aber eine Möglichkeit, zumal ich den ND8-Filter eh kaum nutze.

Tag 3 – Lichtreduktion mit ND-Filter

Den Filter in der einen Hand zu halten und mit der Anderen die Schaltuhr zu bedienen und auch noch abzuwedeln ist schon etwas anstrengend. Aber: machbar. Und es geht ja erstmal um einen Test.

Der ND8-Filter soll die Lichtmenge ja um drei Blendenstufen reduzieren. Somit müsste ich von 7 Sekunden bei Blende 11 auf 28 Sekunden bei Blende 8 kommen. Benötigt habe ich bei dem Bild vom ZOB Flensburg dann real 35 Sekunden. Passt. Einigermaßen. Weniger als eine halbe Blende Abweichung, was bei Film schon recht wenig ist. Dann ist der Abzug aber auch noch etwas heller geworden, sodass ich real von einer Lichtreduktion um ca. 4 Blenden durch den Einsatz des Filters ausgehe.

Aber endlich hatte ich ausreichend Zeit, um die Bilder durch Abwedeln oder Nachbelichten zu optimieren.

Bei dem Negativ von den Stühlen aus der Flensburger Innenstadt musste ich sogar den ND-Filter weglassen, alle Testbelichtungen (Sequenz 80″, 40″, 20″, 10″) waren deutlich zu hell.

Bei dem Bild vom ZOB war meine Welt dann wieder heile, mit ND-Filter kam ich in die gewünschten Regionen, was die Zeiten angeht.

Hier zum Vergleich die Variante ohne ND-Filter:

Michael Moeller

ZOB Flensburg (7) – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f11 – 7″

Und… es ist im Vergleich zum härteren Papier deutlich mehr Zeichnung in den Tiefen zu sehen. Dafür fehlt auch leider das satte Schwarz.
Hier zum Vergleich der Abzug auf Tetenal Work mit Gradation 3:

An meinem nächsten Tag ging die Spielerei dann richtig los – ich habe zum ersten Mal mit Caffenol entwickelt. Dazu dann später mehr.

Dunkelkammer – Tag 2

An diesem Tag habe ich ein anderes Papier ausprobiert: das Ilford Multigrade.
Im Gegensatz zu dem beim ersten Test eingesetzten Tetenal Work 3 sollen die Multigrade-Papiere mit einer Gradation von ca. 2 etwas weicher sein.

Die Fotopapiere werden in Gradationen eingeteilt, das sind die Kontrastverläufe, die eben etwas steiler (harte Gradation) oder flacher verlaufen können und dann etwas weicher sind. Die Skala geht von 0 (sehr weich) bis 5 (sehr hart). Papier mit Gradation 2 entspricht dann der „normalen“, mittleren Härte.
Früher waren Papiere mit fester Gradation üblich, später setzten sich die Papiere mit variabler Gradation durch. DIe Gradation lässt sich dann z.B. durch Filter während der Vergrößerung variieren. Heute sind die festgraduierten Papiere fast vom Markt verschwunden.

Warum nun das Ganze?
Nun, zum Einen gibt es flach oder flau belichtete Negative, für die ein hartes Papier benötigt wird, um ein ausgewogenes, kontrastreiches Bild zu erhalten und natürlich auch Negative mit einem harten Kontrastverlauf, die ein weicheres Papier benötigen. Wohlgemerkt, immer um ein ausgewogen belichteten Abzug zu erhalten. Der Spielerei und bewussten „Falschbelichtung“ sind hier keine Grenzen gesetzt.

Und zum Anderen entscheidet der Fotograf natürlich auch darüber, ob das Motiv eher knackig oder zart erscheinen soll.

Michael Moeller

Flensburg ZOB – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f11 – 7″ + 6″ Himmel nachbelichtet

Mit dem weicheren Papier zeigen sich viel mehr Details als in der ersten Variante auf dem harten Papier. Was für ein Unterschied. Leider fehlt etwas das tiefe Schwarz.

Michael Moeller

Aeroliner, Ausschnitt – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f11 – 15″

Eigentlich ist das Negativ für Papier mit Gradation 2 ausgelegt, das Schwarz erscheint bei diesem Papier aber ebenfalls deutlich flacher und weniger intensiv.
Aber der unterschied zu dem härteren Papier ist deutlich erkennbar.
Hier wiederum war es für mich ein Glücksfall, dass ich bei diesem Motiv mit dem harten Papier  angefangen hatte.
Abgesehen von den ganzen Staub, den ich auf den Abzügen in der DuKa nicht gesehen habe. Also: Bilder immer nach dem Fixieren unter Normallicht kontrollieren.

Michael Moeller

Jenny (9) – Ilford Multigrade – Eukobrom, 1′ – f16 -10″

Vor diesem Abzug hatte ich einen mit Blende 11 und 5 Sekunden Belichtungszeit gemacht, im Unterschied dazu war der Abzug bei Blende 16 am Vergrößerer etwas unschärfer. Klar, die Lichtbeugung an den geschlossenen Blenden verhält sich analog zu normalen Kamera-Objektiven.

Also: Finger weg von Blende 16, eher in Richtung Blende 8. Aber dafür brauche ich weniger Licht. Dazu mehr im dritten Teil.

Dunkelkammer – Tag 1

Prolog

Das erste Mal in meinem Leben, dann noch Alleine. So ganz Alleine. Keine Hilfe, kein Netz, kein doppelter Boden. Aber was soll schon schiefgehen, mehr als nix werden können die Bilder auch nicht. Schlimmstenfalls sind ein paar Bögen Papier hinüber. Sollte ich hinkriegen… aber dazu später mehr.

Vor ca. einem Jahr hat sich mein fotografischer Schwerpunkt in die Richtung der analogen Objektive verlagert, nach einiger Zeit kam dann das Fotografieren mit Schwarz-Weiß-Film dazu. Anfangs habe ich noch ganz zaghaft einen Film belichtet, dann zum Entwickeln abgegeben und Abzüge gleich mitbestellt. Hat alles Funktioniert, die Abzüge waren zum Teil etwas flau, aber was wusste ich schon von analoger Fotografie und seinen Möglichkeiten.

Als nächster Schritt folgte das Eigenentwickeln der Filme und das Einscannen der Negative. Die Möglichkeiten dieses „hybriden“ Vorgehens sind schon nicht schlecht, die Manipulationsmöglichkeiten der Negative lassen viel kreativen Spielraum, auch wenn es nicht gerade der Sinn der Sache ist. Was nervt, ist das Einscannen der Negative… das dauert. Aber noch mehr nervt der Staub. Straub ins System zu bringen ist einfach, ihn zu entfernen ebenfalls zeitaufwändig, durch die Kopierstempel in den verschiedenen Bildbearbeitungsprogramm aber möglich.

Aber da geht noch mehr…

Dunkelkammer – Tag 1 – Das SCHWARZ!

Jawohl. Herausgeschrien in die Welt: SCHWARZ!

Kennt ihr die Toons? Den Film mit Roger Rabbit zum Beispiel? In fast jedem Film gibt es einen flexiblen, schwarzen Placken, durch den ein Toon entschwinden konnte. So kam es mir bei diesem Bild vor:

Michael Moeller

Aeroliner (2) – Eukobrom, 1′ – Tetenal 3 – 9″ – f11

Entwickelt wurde mit Eukobrom 1+9, als Papier habe ich Tetenal Work Gradation 3 eingesetzt. Es fehlt etwas Zeichnung, gerade im unteren Bereich des Aeroliners, aber die Tiefe der Silberemulsion ist schon beieindruckend – einem schwarzen Loch gleich.

Ich habe mich dann auch gleich an einer Ausschnittsvergrößerung versucht:

Michael Moeller

Aeroliner, Ausschitt (3) – Eukobrom, 1′ – Tetenal 3 – 16″ – f11

Der Scan gibt die Tiefe leider nicht annähernd wieder. Ich habe den unteren Bereich noch etwas Abgewedelt, um etwas mehr Zeichnung zu erhalten.

Wie ich festgestellt habe ist mein Vergrößerer mit einer viel zu kräftigen 150W-Lampe ausgerüstet. Die Belichtungszeiten lagen bei 10 bis 16 Sekunden, was das Abwedeln zu einer sehr sportlichen Aktivität werden ließ. Ich brauche dringend eine schwächere Lampe, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, die Zeiten zu verlängern, dazu später mehr.

Michael Moeller

Hafen Flensburg (4) – Eukobrom, 1′ – Tetenal 3 – 5″ – f11

Bei diesem Bild war der Himmel im normalen Abzu veil zu hell, deshalb wurde er nochmals um 4 Sekunden Nachbelichtet.

Was für den Aeroliner ein Glücksfall war, enpuppte sich für den ZOB Flensburg als zu hart. Die Tiefen liefen durch das harte Papier gnadenlos zu. Eine knappere Belichtung flachten mir die Kontraste dann zu stark ab. Anderes Papier muss her…

Michael Moeller

ZOB Flensburg (5) – Eukobrom, 1′ – Tetenal 3 – 8″ – f11

Hinzu kam, dass ich versucht hatte, die Zeiten für die Belichtungsreihe aufgrund der kurzen Gesamtzeit zu takten, d.h. die Lampe wurde für jeden weiteren Belichtungsschritt ausgeschaltet, das Abdeckpapier etwas weitergeschoben und die Lampe wieder eingeschaltet. Bei jedem Schaltvorgang benötigt die Lampe aber ca. eine 3/4tel Sekunde zum Angehen und Erreichen der vollen Lichtmenge, sodass die zur eingentlichen Belichtung eingestellte Zeit deutlich zu lang war.

Anekdote am Rande:
ich habe zwei Blatt Papier verdaddelt, weil ich bei der Belichtung die rote Scheibe, die zu Einstellungsarbeiten vor dem Objektiv des Vergrößerers sitzt,  nicht zur Seite geschwenkt.

An meinem zweiten Dunkelkammertag kam dann Multigrade-Papier zum Einsatz, welches eine Gradation von ca. 2 besitzt.

Die Zahlen in Klammern geben die Reihenfolge der Bilder an, in der sie bearbeitet wurden. Danach folgt der Entwickler und die Entwicklungszeit, das Papier, die Belichtungszeit sowie die Blende am Vergrößerer.

Alle Bilder wurde nach dem Vergrößern gescannt. Irgendwie taugt der Scanner nicht viel, die Qualität kommt leider nicht rüber. Abder darum geht es hier ja auch nicht.

Mein erstes selbst vergrößertes Bild muss ich bei Gelegenheit noch nachreichen, es hängt jetzt gerahmt bei mir an der Wand.

Weiter geht es in: Tag 2.