Schlagwort-Archive: Flensburger Förde

Pinhole 6×17

Endlich einmal ein Beitrag, der ohne den Begriff „Altglas“ auskommt. Das einzige glasähnliche Material, welches bei diesen Bildern zum Einsatz kam waren die Filterscheiben für die Farbfilter und einen Grauverlaufsfilter.

Die Entstehungsgeschichte der ersten beiden Bilder habe ich ja schon beschrieben. Bemerkenswert finde ich an dem zweiten Bild, dass es nicht komplett überbelichtet ist, da es ja aus zwei Belichtungen besteht. Aber auf der anderen Seite: eine richtige Belichtung und eine richtige Belichtung ergeben eine Blende Überbelichtung… und das steckt der Film weg. Und ich habe scheinbar ein gutes Stativ.

Ilford FP4+ RSS-Pinhole - FL_

Grünfilter, oberes Loch, 20 sec.

Ilford FP4+ RSS-Pinhole - FL 0001

Grünfilter, unteres Loch, 60 sec. und 300 sec. (Doppelbelichtung)

Am zweiten Aufnahmetag war ich mit Reinhard unterwegs. Ein kleiner Fotowalk in Sonvik und an der Flensburger Innenförde, Ausbeute: zwei Bilder. Das zweite Bild musste ich leider etwas beschneiden, da mein Finger beim Festhalten des Filters mit im Bild war.

Ilford FP4+ RSS-Pinhole - FL 0003

Grünfilter, oberes Loch, 85 sec.

Ilford FP4+ RSS-Pinhole - FL 0004

Grauverlaufsfilter, unteres Loch, 30 sec.

Nun ist auch das Geheimnis meiner Neuanschaffung gelüftet. Bilder von der Kamera folgen noch. Nur soviel vorweg: es handelt sich um eine 6×17 Lochkamera mit zwei Löchern, jeweils eines im oberen und unteren Drittel, um eine gerade Horizontlinie zu erzielen.

 

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Sønderborg

Am Samstag, gestern, um genau zu sein, traf ich mich endlich einmal wieder mit Reinhard  zu einem kleinen Sabbel- und Fotografierspaziergang. Mit dabei waren wieder einige Neuerungen der Kameratechnik, wie eine 6×6 Mittelformatkamera von Zeiss, Reinhards alte Minolta (so ein neumodisches Teil mit AF und Winder und so, völlig Unauthentisch für das echte Analog-Feeling) und eine Mamiya RZ67, die aber nicht zum Einsatz kam (nächstes Mal ist sie fällig!).

Spontan ging es über die dänische Grenze nach Sønderborg. Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück, es regnete ausnahmsweise einmal nicht und die Temperaturen waren Moderat bei ca. 5 °C. Zu Anfang der Tour schoss ich mich mit der Mittelformat-Kamera und Parallel mit einer Kleinbildkamera ein, bei zunehmender Dunkelheit wechselte ich dann aber auf den digitalen Sensor.

Eine „goldene Stunde“ blieb uns durch die Wolken leider verwehrt.

Am Strand bot sich dann ein schöner freier Blick auf die Flensburger Förde:

Das Fokussieren mit dem Voigtländer Color-Scoparex ist normalerweise sehr einfach, die Luft über der See war allerdings schon etwas diesig und sorgte für den einen oder anderen Fehlschuss.

Mit zunehmender blauer Stunde wurden wir aber mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.

Michael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael MoellerMichael Moeller

Das nächtliche Sønderborg bot mit Blick vom Schloss aus nochmal eine schöne Kulisse, wie sie nur Hafenstädte bieten können. Ein paar Poller wurden von uns dabei als Stativ missbraucht. Bei den obigen Aufnahmen kam ein Grauverlaufsfilter zum Einsatz, um Himmel und Wasser in einer möglichst gleichmäßigen Helligkeit abbilden zu können. Dieser Filter bewirkte auch an der Flekto-Squeezerlens ein kleines Wunder, was den Helligkeitsverlauf anging.

Und ich merke immer mehr, wie sehr mir das Vollformat fehlt…

Ich freue mich auf die nächste Tour, die Stadt hat nochviel mehr zu bieten. Aber erst einmal gilt es, den Film zu entwickeln.

 

Industriehafen FL – Mittelformat

Der Flensburger Fotograf Tilman Köneke veranstaltete am letzten Samstag wieder einen kleinen Workshop zum Thema Street-Fotografie „Blndspot Entdeckungstour: Industriehafen/ Ballastkai„.

Das Bedeutete: eineinhalb Studen rumlaufen am vermutlich schnuddeligsten Stückchen der Flensburger Förde in einem eisigem Wind. Dazu gab es ein kleines Thema und, normalerweise, eine kleine Bildbesprechung hinterher, die aufgrund der Kälte aber auf eine Internet-Präsentation verschoben wurde. Dafür gab es hinterher Kaffee im Marien-Café, dem Café mit den 1000 Kannen.

Immerhin sind sieben der acht Aufnahmen mit der Zeiss Ercona Mittelformat-Kamera etwas geworden, eine Aufnahme war komischerweise komplett überbelichtet.

 

Den Workshop zeichnet eine kleine, aber stetig wachsende Runde an Fotografen aus. Neben der Motivsuche war immer wieder viel Zeit zum Schnacken und Austauschen. Und sogar einen Lost Place gab es noch zu bewundern, leider war dieser in einem bemittleidenswerten Zustand.

An dem vorgegebenen Thema habe ich mich nun weniger versucht, mir ging es eher um die Reduktion und das Erkunden des Ortes mit meinen analogen Möglichkeiten.

Bilder aus der Minolta folgen auch noch, es sind vermutlich auch noch einmal sieben Aufnahmen. 14 Aufnahmen. Andere haben das 10-fache gemacht…

Dunkelkammer – Tag 4

Heute berichte ich über die Erlebnisse meines vierten Experimentiertages in der Dunkelkammer und ich sagen: eine dufte Sache!

Naja, Duft und Duft. Da hat jeder so seinen eigenen Geschmack. Kaffe mag ich gerne riechen und auch trinken. In alkalischer Lösung verändert sich der Duft aber. Und nicht zum Positiven…

Caffenol, die Erste…

Jupp, heute geht es um die Entwicklung von Bildern in löslichem Kaffee, in Fan-Kreisen liebevoll Caffenol genannt.

Es gibt mehrer Varianten der beliebten Entwicklermischung, ich habe mich für das Caffenol-C-M entschieden, es besteht aus den folgenden Komponenten:

– 52 g Soda (Waschsoda, Natriumcarbonat)
– 16 g Vitamin C
– 40 g löslicher Kaffee
– Wasser, auffüllen auf 1 l

Die Komponenten werden nacheinander in Wasser gelöst, der Kaffee wird erst kurz vor der Entwicklung zugegeben. Beim Auflösen der Soda erwärmt sich das Wasser, vor dem Entwickelm muss die Brühe dann auf 20 °C runtergekühlt oder mit entsprechend kaltem Wasser versetzt werden. Immer gut rühren und die folgende Komponente erst zugeben, wenn die vorherige gut aufgelöst ist.

Michael Moeller

Stühle (13) – Ilford Multigrade – Caffenol, 2′ – f/8 – 22 sec.

Heißa, was für ein Gefühl, wenn die ersten Bilder das Entwicklungsbad verlassen…
Man muss schon zwischendurch schauen, wie sich das Bild macht, durch den Kaffe ist die Lösung ziemlich undurchsichtig, man fischt gewissermaßen im Trüben. Aber es lohnt für das eine oder andere Motiv (aber natürlich nicht für jedes Motiv!).

Michael Moeller

Flensburg Hafen (14) – Tetenal Work 3 – Caffenol, 4′ – f/8, ND8 – 40 sec.

Die Entwicklungszeit erhöht sich, je nach Papier um 50% oder mehr. Die längere zeit gibt gerade dem Anfänger mehr Möglichkeiten, die Qualität zu steuern und kleinere Unebenheiten im Workflow sind verzeihlicher.

Michael Moeller

Jenny (15) – Ilford Multigrade – Caffenol, 2′ – f/8/ ND8 – 25 sec.

Ich habe auch hier wieder den ND8-Filter zur Reduzierung der Lichtmenge eingesetzt.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Multigrade-Papier von Ilford nimmt das Caffenol deutlich besser an das das Festgraduierte Tetenal Work 3.
Die Färbung des Papieres gibt den Motiven etwas Warmes und einen nostalgischen Touch.

Notitz am Rande: das Schließen der Negativbühne erzeugt durch die verbesserte Negativplanlage deutlich schärfere Bilder 😉

Hier noch die Teile Eins, Zwei und Drei meiner kleinen Entdeckungsreise ins Reich des feinen Silbers.

Industriedesign Flensburg

Bewaffnet mit einem Weitwinkel an der 7D und meiner Minolta X-700 zog ich mit Nils los, um ein wenig von dem industriellen Charme an Flensburgs Industriehafen einzufangen, so lange es noch möglich ist. Die Tätigkeiten am Hafen sind nahezu, wenn nicht sogar gänzlich, zum Erliegen gekommen und es gibt bereits Pläne zur Nutzung der Silos als Hotel oder Büro-Komplex.

 

Michael MoellerMichael MoellerMichael Moeller

Die Bilder aud der Minolta kommen (hoffentlich) etwas später, wenn der Film voll ist. „Hoffentlich“, weil ich nicht weiß, wie der Film bei Langzeitbelichtungen bezüglich des Schwarzschildeffektes reagiert. Filmkorn reagiert bei schwachem Lichteinfall anders als digitale Sensoren, ab theroretischen Belichtungszeiten von einer Sekunde muss die reale Belichtungszeit deutlich verlängert werden. So werden aus einer Sekunde zwei Sekunden und aus 10 Sekunden vielleicht dreizig bis vierzig Sekunden, weil der Anstieg nicht linear ist. Spannend…

Street at Nite II

Letzte Woche fand wieder einmal ein von dem Flensburger Fotografen Tilman Köneke organisierter Workshop zum Thema „Street at nite“ statt.
Für mich war es das zweite Mal, dass ich an dieser Veranstaltung teilnahm. Aber es war das erste Mal, dass ich Abends ausschließlich Analog unterwegs war.

Die Ausrüstung war Übersichtlich: meine Minolta X-700, das Minolta Rokkor 1.4/58 und ein Ilford HP5+. Eine Kamera, ein Objektiv, ein Film. Leichtes Gepäck.

Von Tilman bekamen wir die Aufgabe, nach Punkten Ausschau zu halten. Immerhin haben sie etwas mit Flensburg zu tun, der eigentliche Grund war aber ein Anderer: sie sind das einfachste aller Gestaltungsmittel. Immer ließ sich das Thema nicht verfolgen, aber so manches Mal war man einfach geneigt, die Schärfe mal ganz aus dem Bild zu nehmen und einfach die Lichtpunkte wirken zu lassen.

Belichtet habe ich den Film auf ISO 3200, obwohl er ja nur eine Empfindlichkeit von ISO 400 hat. Das war für mich das erste Mal, einen Film bewusst unterzubelichten und dann zu versuchen, den Mangel an Licht durch die Entwicklung wieder auszugleichen.
Durch die ohnehin schon recht langen Belichtungszeiten musste ich fast ausschließlich bei Offenblende fotografieren.

Die Kontraste sind heftig. Entweder ist der Film wirklich am Limit oder ich war mit dem „Pushen“ (Anheben der Belichtung eines unterbelichteten Filmes) noch zu zaghaft.
Die Entwicklung habe ich in D76 bei 20°C und 18 Minuten Entwicklungszeit vorgenommen. Gedreht habe ich die Dose alle 30 Sekunden, normalerweise drehe ich jede Minute.

Auf der anderen Seite: Mit gefällt es auch so. Ausbaufähig, aber gefällt.

Edith:
Ich schieb „… ein Film…“ … das war auch so. 36 Aufnahmen. Mehr nicht.
Nach einer halben Stunde  blickte ich auf den Bildzähler und war doch etwas überrascht: 18 Aufnahmen, der halbe Film war weg. Naja, nicht weg, aber es waren auch nur noch 18 Bilder übrig. Man wird sparsamer und überlegt mehr. So soll es sein.