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75 Sekunden Wikingturm

Michael Moeller

Wieder einmal gibt es den Blick vom Anlegeplatz des Restaurants „Odin“ in Haddeby.

Diesmal war es deutlich sonniger als bei meinem letzten Besuch. Ich musste einen 1000er Graufilter, einen Polfilter sowie einen Grauverlaufsfilter verwenden, um auf die gut 75 Sekunden Belichtungszeit zu kommen und auch etwas Struktur in die Wolken zu zaubern.

Zum Einsatz kam wieder das Voigtländer Color-Scoparex 2.8/35.

Es ist auch ein kleiner Vorgeschmack auf das magische Motto im März von Paleica, was da heißt: „Bewegung“. Aber da kommt noch mehr, der Monat ist ja noch nicht rum 🙂

Filtervergleich

Hier nun der kleine Vergleich der Graufilter. Zum Vergleich sind angetreten:

  • Cokin P-Serie, 2 Filter ND8 und ein 4-Stufen- Filter (wenn die Angaben so richtig sind)
  • Phorex ND Filter ND 3.0

Bei dem Cokin-System werden die einzelnen Filterscheiben in einen speziellen Halter geschoben, der Phorex-Filter wurde direkt aufgeschraubt oder mit einem Step-Up-Ring adaptiert.

Für mich sind Handhabung und Farbneutralität wichtige Kriterien, daneben ist der Preis natürlich auch nicht uninteressant.

Hier die ersten Bilder vom Cokin-Set mit jeweils 85 mm, f16 und 10 sec. bei den Langzeitbelichtungen, autom. Weißabgleich, Farbdaten aus Lightroom:

1: Ohne Filter – Temp.: 5000K, Tönung: +10 – Out Of Cam

Michael Moeller

2: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5700K, Tönung: -5 – Out Of Cam

Michael Moeller

3: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5400K, Tönung: -31 – Farbe angepasst an Neutralität

Michael Moeller

4: Mit Cokin-Filter – Temp.: 5000K, Tönung: +10 – Farbtemperatur wie Referenzbild

Michael Moeller

Zwischen dem ersten und viertem Bild lässt sich ganz gut ableiten, wie stark die Filter die Farben verzerren. Allerdings sind drei Filter auch eher die Ausnahme, ein Filter alleine verzieht die Farben allerdings auch deutlich. Eine Verlängerung der Belichtungszeiten verstärken die Farbverschiebungen auch noch zusätzlich.

Bild 1 und 2 zeigen ganz gut, wie sehr der automatische Weißabgleich der Karmera gegen die Farbverschiebung des Filters anarbeitet, es aber doch nicht ganz schafft.
Die Farbe wieder in Richtung Neutralität zu bringen erfordert schon etwas Arbeit und Reglergezuppel.

 

Hier die zweite Serie mit jeweils 16 mm, autom. Weißabgleich, Farbdaten aus Lightroom:

5: Ohne Filter – 30 mm, f16, Temp.: 5550K, Tönung: +8 – Out Of Cam

Michael Moeller

 6: Mit Cokin-Filter – 30 mm, f16, 5 sec., Temp.: 5700K, Tönung: -5 – Out Of Cam

Michael Moeller

7: Mit Cokin-Filter – 16 mm, f22, 10 sec., Temp.: 6400K, Tönung: -8 – Out Of Cam

Michael Moeller

Auch hier fällt der deutliche Rotstich in den Bildern auf, der bei 16 mm noch deutlicher Kompensiert werden musste als bei 30 mm. Weiterhin ist bei 16 mm schon eine deutliche Vignettierung durch dieses Filtersystem erkennbar (Crop-Kamera, Formatfaktor 1.6). Außerdem gab es bei 16 mm bereits nette Artefakte in Form von Lichtringen (Beugungsringe?). Bei Blende 16 waren sie auch erkennbar, wenn auch weniger stark ausgeprägt.

 

Hier noch zum Vergleich Bilder von dem Phorex-Filter:

8: Ohne Filter – 85 mm, f16, 1/80 sec., Temp.: 5750K, Tönung: +13 – Out Of Cam

Michael Moeller

 9: Mit Cokin-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 6750K, Tönung: -10 – Out Of Cam

Michael Moeller

10: Mit Cokin-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 5750K, Tönung: +13 – Farbtemperatur angepasst an Referenzbild

Michael Moeller

11: Mit Phorex-Filter – 85 mm, f16, 10 sec., Temp.: 5950K, Tönung: +8 – Out Of Cam

Michael Moeller

Der Phorex-Filter zeigte eine minimale Verschiebung in der Temperatur und keine Abweichung in der Tönung. Eine deutliche Arbeitsersparnis in der Nachbearbeitung und ein Qualitätsgewinn.

Die Vignettierung am Weitwinkel der Phorex-Filter habe ich mir bei diesem Test nicht angesehen, aber aufgrund der geringen Dicke sollte das kein großes Problem darstellen.

Fazit:
Ich werde mir die Phorex-Filter als Set (ND 0.8/ 1.8/ 3.0) trotz des etwas höheren Preises gegenüber den Cokin-Filtern bestellen. Die geringen Farbverschiebungen, die einfache Handhabung und die Glasqualität im Vergleich zu den dicken Kusnststoffplatten des Cokin-Systems sprechen für sich.
Das Cokin-System hat seine Stärken für mich eher im Bereich der Verlaufsfilter. Dieses gilt es für mich auch noch zu entdecken…

 

Ein herzlicher Dank geht an Reinhard fürs Ausleihen und seine Geduld.

Kappeln in der Dämmerung

Kappeln stand auf dem Programm, es war, wie fast immer hier im Norden, lausig kalt. Aber wenigstens spielte das Licht an dem Abend mit.

Markus, André und Jens waren mit von der Partie. André lieh mir seinen Graufilter (Haida, ND2,7) und los gings.

Zum Sonnenuntergang sah es dann, noch ohne Stativ und Graufilter, so aus:

Michael Moeller

Kappeln – 28 mm, f5, 1/320 sec.

 

Die Spielerei mit dem Graufilter zeigt mir zwei Dinge:
Zu Einen haben die Biester einen ordentlichen Farbstich, der je nach Hersteller mal ins Grüne, mal ins Rote und mal ins Blaue geht (wir hatten insgesamt drei Filter von drei Herstellern dabei).
Zum Anderen kann er, so schön es auch ist, den Vordergrung mit einzubinden, bei beweglichen Dingen wie Halmen oder Schiffen aber auch schnell Unruhe in das Bild bringen.

Michael Moeller

Kappeln – 15 mm, 150 sec. Graufilter

 

Ein kleines schnelles Pano gab es dann auch noch:

Michael Moeller

Kappeln – Panorama aus 4 Einzelbildern