Schlagwort-Archive: Minolta X-700

Analog im Studio

Die heutige (digitale) Technik lässt keine Wünsche offen, was das Fotografieren im Studio angeht. Blitzlampen mit Einstelllicht und brachialer Leistung, Lichtformer (*hust*… als wenn sich Licht formen liesse), digitale Aufmnahmetechnik mit der Möglichkeit, sein Ergebnis sofort zu begutachten, über Tethering sogar in Echtzeit am Lappie möglich. Schlechte Bilder gibt es fast nicht mehr.

Und wie war das früher? Anders auf jeden Fall. Spannender auf jeden Fall, denn der Blick auf das Display oder den Monitor entfiel. Ob das Model die Aufgen zu hatte, ob der Fokus saß, ob die Blitze ausgelöst hatten, man musst es erahnen und im Gefühl haben.

Für mich stellte sich bei einem Treffen von Daniel Heger die Frage, ob das, was heute digital funktioniert, auch mit analogen Kameras machbar ist. Angefangen von der Belichtungszeit bis hin zur ansteuerung der Blitzanlage. Und siehe da, es funktioniert wunderbar.

Michael Moeller

Daniel stellte sich freundlicherweise als Model zur Verfügung

Zum Einsatz kam meine Minolta X-700 mit dem Minolta Rokkor 1.4/58, als Film ein Ilford FP4+. Die Blitzköpfe wurden auf Slave-Betrieb gestellt und mittels eines Aufsteckblitzes gezündet. Den Aufsteckblitz habe ich so gedreht, dass er kein direktes Licht auf das Motiv wirft.

Michael Moeller

Daniel und Susanne

Die Daten der Belichtung konnte ich von der digitalen Spiegelreflex übernehmen, eine halbe Blende mehr oder weniger ist bei Film eh unkritisch. Auf eine Farbfolie habe ich bei den Aufnahmen verzichtet, dann hätte sich die Belichtungszeit nochmals etwas verlängert.

Michael Moeller

Susanne

Die Negative habe ich nach dem Entwickeln gescannt und in Lightroom entstaubt.
Vielen Dank an dieser Stelle an Susanne für ihren Einsatz als Modell und natürlich Daniel Heger für die Organisation der Monatstreffen.

Ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden und freue mich auf weitere analoge Aufnahmen im Studio.

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Street at Nite II

Letzte Woche fand wieder einmal ein von dem Flensburger Fotografen Tilman Köneke organisierter Workshop zum Thema „Street at nite“ statt.
Für mich war es das zweite Mal, dass ich an dieser Veranstaltung teilnahm. Aber es war das erste Mal, dass ich Abends ausschließlich Analog unterwegs war.

Die Ausrüstung war Übersichtlich: meine Minolta X-700, das Minolta Rokkor 1.4/58 und ein Ilford HP5+. Eine Kamera, ein Objektiv, ein Film. Leichtes Gepäck.

Von Tilman bekamen wir die Aufgabe, nach Punkten Ausschau zu halten. Immerhin haben sie etwas mit Flensburg zu tun, der eigentliche Grund war aber ein Anderer: sie sind das einfachste aller Gestaltungsmittel. Immer ließ sich das Thema nicht verfolgen, aber so manches Mal war man einfach geneigt, die Schärfe mal ganz aus dem Bild zu nehmen und einfach die Lichtpunkte wirken zu lassen.

Belichtet habe ich den Film auf ISO 3200, obwohl er ja nur eine Empfindlichkeit von ISO 400 hat. Das war für mich das erste Mal, einen Film bewusst unterzubelichten und dann zu versuchen, den Mangel an Licht durch die Entwicklung wieder auszugleichen.
Durch die ohnehin schon recht langen Belichtungszeiten musste ich fast ausschließlich bei Offenblende fotografieren.

Die Kontraste sind heftig. Entweder ist der Film wirklich am Limit oder ich war mit dem „Pushen“ (Anheben der Belichtung eines unterbelichteten Filmes) noch zu zaghaft.
Die Entwicklung habe ich in D76 bei 20°C und 18 Minuten Entwicklungszeit vorgenommen. Gedreht habe ich die Dose alle 30 Sekunden, normalerweise drehe ich jede Minute.

Auf der anderen Seite: Mit gefällt es auch so. Ausbaufähig, aber gefällt.

Edith:
Ich schieb „… ein Film…“ … das war auch so. 36 Aufnahmen. Mehr nicht.
Nach einer halben Stunde  blickte ich auf den Bildzähler und war doch etwas überrascht: 18 Aufnahmen, der halbe Film war weg. Naja, nicht weg, aber es waren auch nur noch 18 Bilder übrig. Man wird sparsamer und überlegt mehr. So soll es sein.